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Preisverleihung

Iris Lach: "Jetzt hier oben zu stehen und den diesjährigen Bürgerpreis zu bekommen, ist eine riesengroße Ehre für uns. Des tut uns sooo gut. Als ich von Andrea die Info bekommen habe, dass wir den diesjährigen Bürgerpreis bekommen werden, war ich erstmal sprachlos. Und wer mich kennt weiß, dass das selten bis gar net vorkommt. Was ist das denn für ein Zeichen der Gemeinde Loffenau und dem Stiftungsrat und was für eine Wertschätzung für unsere über 30jährige Arbeit im Weltladen Loffenau.

Jetzt, einige Zeit später muss ich sagen, wir haben uns das auch verdient. Alle die hier stehen, sind mit so viel Einsatz, Engagement und mit so viel Herzblut im Laden dabei. Und auch die vielen Helfer die zeitweise im Einsatz sind und waren in den letzten 30 Jahren, sind Teil dieses für uns so großen Erfolges. 

Bei uns im Laden fallen ja alle Arbeiten an, die in einem „normalen“ Laden auch zu tun sind. Der Ladendienst, Einkauf, Waren kontrollieren, Einräumen, Dekorieren, immer mal wieder renovieren und Buchhaltung usw.  Das Finanzamt hält auch immer ein sehr wachsames Auge auf uns.  Das alles machen wir  ehrenamtlich und neben unseren Familien und Berufen. 

Dazu gehören auch Infoveranstaltungen über den Fairen Handel und Verkaufsveranstaltungen. Manchmal geht die ganz Arbeit auch an die Substanz und wir suchen immer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die uns in unserer Arbeit unterstützen. 

Aber heute sind wir einfach nur stolz.

Lasst mich kurz zurückblicken auf den Anfang.

Dom Helder Camara, Erzbischof von Olinda und Recife hat mal gesagt: 
Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit.

Diesen Traum für eine soziale Gerechtigkeit auf unserer Welt für alle, träumen wir seit 30 Jahren. 

Als Anfang der 90er Jahre der Jürgen Baisch, mein Mann und ich den Weltladen in Loffenau gegründet haben war unser Ziel, die Arbeitsbedingungen von vielen Bauern und Produzenten in der Einen Welt helfen zu verbessern. Wir haben nur eine Welt, keine erste, zweite oder gar dritte Welt, wie das ja so gerne gesagt wurde. Z.B. die Kaffeebauern in Guatemala, Mexico oder Uganda möchten eigentlich nur, dass sie für ihre Arbeit fair und gerecht bezahlt werden. Die Gepa und die anderen Lieferanten wie El Puente oder Weltpartner garantieren diesen Produzenten, dass sie eine faire Bezahlung erhalten. Und sie erhalten langfristige Verträge und Sicherheiten, dass ihre Waren und Produkte für vielen Jahre abgenommen werden. So haben sie natürlich eine große Planungssicherheit. Dadurch können z.B. Krankenhäuser und Schulen gebaut werden.

Eines unserer wichtigsten Anliegen im Lädle war auch immer, dass wir keine Kinderarbeit unterstützen werden. Gerade am Beispiel von Schokolade dreht sich mir der Magen um wenn ich dran denke, dass die meisten Kakaobohnen von Kindern geerntet werden. Der überwiegende Kakao kommt von der Elfenbeinküste. Und da stehen die Kinder auf der Plantage. Wer sich schon mal damit befasst hat weiß, was das für eine Knochenarbeit ist. 

Alle konventionellen Schokoanbieter wie Milka, Lindt und vor allem Kinderschokolade scheuen sich ihre Lieferketten anzugeben und darzulegen, wo und wie der Kakao dafür bezogen wird. Bei der Fairtrade-Schokolade ist garantiert, dass kein Kind dafür arbeiten musste.

Ich möchte meinen Kindern und Enkelkindern keinen Nikolaus oder Osterhasen schenken, der aus Kinderhand stammt. Und wie oft „vernichten“ wir mal so ne Tafel Schoko auf einen Rutsch ohne daran zu denken, dass Kinder dafür leiden müssen. Da gäbe es noch viele Beispiele wie z.B. auch die Näherinnen in Bangladesh usw.

Aber mein/unser Traum lebt.

Wie wär es, wenn wir alle diesen Traum gemeinsam weiter träumen? Wenn jeder nur einen kleinen Teil in einem Weltladen kauft wäre da schon so viel geholfen. Man kann und muss ja net alles aus dem Fairen Handel beziehen. Aber wenn man z.B. den Kaffee dort kauft oder den Tee. Dann wäre doch ein Anfang gemacht.

Jetzt möchte ich mich im Namen aller vom Lädle ganz herzlich bei der Gemeinde Loffenau und beim Markus Burger für die große Unterstützung bedanken. Danke, dass wir für Euch die Geschenke liefern dürfen. Wir liefern übrigens auch gerne über die Grenze nach Gernsbach oder ins hintere Murgtal oder übers Käppele.  

Und nochmals ganz ganz herzlichen Dank für die Wertschätzung und den Bürgerpreis.Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro werden wir an unser Herzensprojekt „Institut Water for Africa“ in Sambia spenden. Der Jürgen Baisch, der das Projekt als Wasserbauingenieur leitet, wäre gerne hier gewesen heute Abend, ist aber seit 2 Tagen wieder in Afrika um weiter am Projekt „Brunnen“ zu arbeiten. 

Da ist übrigens ein Wunder geschehen. 

Trotz aller negativer Vorhersagen wurde eine Quelle in ca 100 m Tiefe entdeckt. Da können 10.000 Liter Wasser pro Stunde gefördert werden. Dazu brauchen Sie aber Fördergeräte die solarbetrieben sind. Das kostet 25.000 Euro. Diesen Betrag haben wir uns als Ziel gesetzt. Stand heute sind wir bei knapp 20.000,-- Euro. Herr Metz vom BNN hat gestern mit einer Spende in Höhe von 3.500,-- maßgeblich dazu beigetragen. Vielen Dank dafür. Und natürlich auch vielen Dank an die bisherigen Spender. Die Einwohner von Chedaza in Sambia sind dringend auf Wasser angewiesen, sonst verhungern sie. Ohne Wasser kein Leben.

Wer mehr über unsere Arbeit im Lädle oder auch zu unserem Projekt erfahren möchte, darf gerne jederzeit bei uns im Laden vorbeikommen. Es gibt auch immer nen Kaffee oder Cappuccino zum trinken.

Dieser Preis ist für uns ein großer Ansporn auf diesem Weg weiterzugehen."